Kap-Seehecht der Guten Hoffnung

Die nachhaltige Kap-Seehecht-Fischerei sichert den Lebensunterhalt von Familien und Gemeinden in Südafrika.

Valda Jumat ist 40 und die Ernährerin ihrer Familie. Nachdem sie die Schule verlassen hatte, begann sie bei einem Verarbeiter von Kap-Seehecht und anderen Tiefseefischen zu arbeiten.

Mit der Zeit entwickelte Valda eine immer größere Liebe für die südafrikanische Küste. Verheiratet und mit drei Kindern, unterstützt sie auch andere Familienmitglieder, die bei ihr wohnen. Sie alle leben in Kapstadt, einer geschäftigen Stadt an der Küste, in der die Kap-Seehecht-Industrie ein wichtiger Arbeitgeber ist.

Valda würde ihren Job für nichts auf der Welt tauschen. Die Kap-Seehecht-Industrie bringt das Einkommen für ihre Familie. Der Verdienst schließt auch Vorsorgeleistungen, medizinische Hilfe und Jahresurlaub für alle ArbeiterInnen ein.

Valda liebt es, hier zu arbeiten und hat während ihrer langen Angestelltenjahre einen riesigen Wachstum in der Industrie erlebt. Das wäre nicht möglich, wenn die Verantwortlichen nicht sicher wären, dass es auch in Zukunft genug Fisch gibt.

„Ich versorge meine Familie. Wenn in der Fischerei etwas schief geht, kann ich mir selbst und dem Rest meiner Familie keine medizinische Versorgung, Essen usw. bieten. Meine durchgehende Anstellung hier ist die Lebensader für meine Familie.“

Valda Jumat, Kapstadt, Südafrika

SüdafrikanerInnen lieben Fisch und die Fischerei. Der Fischereisektor ist ungefähr 300 Millionen US-Dollar pro Jahr wert und unterhält 30.000 Arbeitsplätze. 12.000 davon in der Kap-Seehecht-Fischerei, die mehr als die Hälfte der südafrikanischen kommerziellen Fischerei ausmacht.

Leider hat die Regenbogennation (wie Südafrika auch genannt wird) mit zurückgehenden Fängen und verschwindenden Arten zu kämpfen. Für viele Fischereigemeinden, in denen nachhaltige Praktiken noch nicht umgesetzt werden, könnte die Existenzgrundlage wegfallen.

Die Kap-Seehecht-Fischerei ist eine der ältesten kommerziellen Fischereien Südafrikas. Zwölf Jahre nachdem die Fischerei zum ersten Mal das MSC-Zertifikat für ihre Nachhaltigkeit erhielt, zeigt sich, dass eine nachhaltige Arbeitsweise langfristige ökonomische Gewinne bringt.

Sie beschäftigt über 8000 Männer und Frauen und erwirtschaftet einen Exportwert von ungefähr 187 Millionen US-Dollar pro Jahr. Jüngste Studien haben gezeigt, dass durch die Entscheidung für eine nachhaltige Fischerei 12.000 Arbeitsplätze gesichert wurden und der Zugang zu internationalen Märkten verbessert wurde. Ungefähr 64 Prozent des Kap-Seehecht-Fangs werden exportiert.

Gurshwin Eckhard, Kapitän der Boronia und Umlobi, ist Familienvater und wie Valda der einzige Verdiener.

Laut Gurshwin bietet die Fischereiindustrie gute Karrieremöglichkeiten. Er fing vor zwanzig Jahren als Besatzungsmitglied in der Fischerei an. Auch nach seinem Aufstieg zum Kapitän profitiert Gurshwin weiterhin von einer großen Bandbreite an Weiterbildungsmaßnahmen durch die Fischerei.

Gurshwin weiß, dass ein nachhaltiges Management von Fischbeständen am westlichen Kap die einzige Möglichkeit zum Überleben ist: „Kein Fisch, kein Einkommen“, sagt er. „So einfach ist das.“

„Wir fischen auf eine gute Art und Weise. Wir verwenden Netze mit großen Maschenweiten, sodass keine kleinen Jungfische und kein Beifang ins Netz gehen. Wir fischen außerdem nicht außerhalb der Gebiete, die bereits seit Jahrzehnten befischt werden, sodass Fortpflanzungsgebiete geschützt werden.“

„Wir wünschten, es gäbe einen Weg, dass alle Fischereien nachhaltig werden könnten. Andere Fischereien müssen von der Kap-Seehecht-Fischerei lernen. Sie müssen auf das aufpassen, was sie haben, damit es an die nächste Generation weitergegeben werden kann,“ fügt er hinzu.

In den 1970ern wurde an der südafrikanischen Küste ohne Beschränkung gefischt – alle konnten sich bedienen. Es kam zu einem starken Rückgang der Fischbestände, insbesondere der Kap-Seehecht-Bestände. Im Jahr 2004 wurde daher die Nachricht, dass die südafrikanische Kap-Seehecht-Fischerei die MSC-Zertifizierung erlangte, von vielen begrüßt.

Durch ihre nachhaltige Arbeitsweise und die wiederholte Bestätigung durch das MSC-Zertifikat hat die Fischerei nicht nur ihre Fischbestände erhalten, sondern auch ihre Stellung in ausländischen Märkten gesichert, in denen MSC-zertifizierte Fische und Meeresfrüchte zunehmend gefragt sind.

Für Gurshwin, Valda und alle Beteiligten der südafrikanischen Kap-Seehecht-Fischerei geht Nachhaltigkeit weiter als das MSC-Siegel. Es geht darum, den Lebensunterhalt und die Zukunft von Familien und Gemeinden sicherzustellen.